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Fragen und Antworten

Süße

Sicherheit

Süßstoffe in Speisen und Getränken

Gewichtskontrolle und Süßstoffe

Diabetes und Süßstoffe

Zahngesundheit und Süßstoffe


Süße

Warum isst der Mensch so gerne Süßes?
Schon in früheren Zeiten suchten die Menschen nach Lebensmitteln mit einem süßen Geschmack. So zeigen z.B. Zeichnungen an den Wänden von ägyptischen Gräbern Imker, die Honig sammeln. Auch in Indien wurde Rohrzucker schon vor ca. 2000 Jahren angebaut.

Menschen bevorzugen Lebensmittel, die süß schmecken und tendieren dazu Lebensmittel abzuneigen, die bitter schmecken.

Diese Präferenz für Süßes beginnt bereits bei der Geburt („Je süßer die Trinkflasche, desto mehr trinken Babys“). Säuglinge reagieren auf den süßen Geschmack mit einem Gesichtsausdruck der sagt „Ich bin glücklich, ich mag das“.
Früher haben sich die Menschen auf die angeborene Präferenz für Süßes verlassen, um zu überleben: süße Früchte, Beeren und Gemüse waren ungiftig, während der Verzehr bitterer Lebensmittel manchmal gefährlich sein konnte.

Der natürliche Wunsch nach dem Genuss von Süßem sowie die Gewohnheiten sowohl kulturellen Ursprungs als auch aus Erfahrungen beeinflussen die Essgewohnheiten der Menschen ein Leben lang.

Heute entspricht Haushaltszucker (Saccharose) dem Standardgeschmack, an dem alle anderen Süßungsmittel gemessen werden. Ein ideales Süßungsmittel schmeckt wie Haushaltszucker, ist geruchlos, leicht löslich, stabil und preiswert. Einige Süßungsmittel wie z.B. Zucker, enthalten Kalorien, andere sind kalorienreduziert oder kalorienfrei.


Kann eine gesunde Ernährung süße Speisen und Getränke beinhalten?
Eine gesunde Ernährung liefert alle essentiellen Nährstoffe, die der Körper zur Erhaltung der Gesundheit und zur Unterstützung eines fitten und aktiven Lebensstils benötigt und die das Risiko für chronische Erkrankungen wie Herzerkrankungen, Diabetes und Krebs reduzieren.

Eine gesunde Ernährung beinhaltet eine große Auswahl an Lebensmitteln: Cerealien und Körner; Obst und Gemüse; eiweißhaltige Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Geflügel, Eier, Nüsse und Hülsenfrüchte, Milch und Milchprodukte wie Käse oder Joghurt; und in kleinen Mengen Fette, und Öle.

Eine Ernährung, die süße Lebensmittel in moderaten Mengen beinhaltet liefert einen positiven Beitrag zum Esserlebnis, indem sie den Geschmack und das Mundgefühl verbessert.

Was sind Süßstoffe?
Süßstoffe schmecken süß, wobei sie keine oder nur sehr wenige Kalorien liefern. Die meisten Süßstoffe werden vom Körper nicht verstoffwechselt und stellen daher keine Kalorien bereit. Eine Ausnahme ist Aspartam, das vom Organismus metabolisiert wird. Aber aufgrund seiner hohen Süßkraft- es ist 200-mal süßer als Zucker- reicht schon eine kleine Menge Aspartam (0,1 kcal) um der Süßkraft eines Teelöffels Zucker (16kcal) zu entsprechen.

Als erster Süßstoff wurde Saccharin im Jahr 1878 entdeckt. Seitdem wurden eine Reihe weiterer Süßstoffe wie Cyclamat, Aspartam, Acesulfam-K, Neohesperidin DC, Thaumatin und Sucralose produziert und weltweit eingesetzt.

Der Verbrauch von Süßstoffen steigt weiter an. Der Hauptgrund hierfür ist die Nachfrage nach kalorienarmen Lebensmitteln. So hat z.B. eine nationale Verbraucherbefragung in den USA gezeigt, dass sich der Konsum kalorienarmer Lebensmittel bei den mindestens 18jährigen in den letzten 10 Jahren verdoppelt hat. Dieses gestiegene Interesse an einem gesundheitsbewussten Lebensstil und die Entwicklungen in der Lebensmitteltechnologie fördern die Entstehung neuer und besserer kalorienarmer Lebensmittel.

Süßstoffe werden auch in Produkten wie z.B. Arzneimitteln, Kaugummis, Zahnpasta, Mundwasser und Fluorid-Ergänzungen verwendet.

Was sind die Vorteile der Verwendung von Süßstoffen?
Durch den Einsatz von Süßstoffen steht dem Verbraucher ein breites Sortiment kalorienreduzierter Lebensmittel zur Verfügung.

Weltweit steigt das Gesundheits-, Gewichts- und Fitness-Bewusstsein der Menschen. Dabei wollen sie nicht auf den Genuss süßer Lebensmittel und den guten Geschmack verzichten.

Süßstoffe liefern dem gewichts- und kalorienbewusstem Verbraucher Produkte, die den Wunsch nach Süßem befriedigen ohne dabei zusätzliche Kalorien zu liefern. Der große Vorteil: Kalorien zu reduzieren, um abzunehmen oder um das Gewicht zu halten als Teil eines gesunden und aktiven Lebensstils.

Aber das ist nicht alles: Süßstoffe sind außerdem für Diabethiker geeignt und sind zahnfreundlich. Die Prävention von Übergewicht ist der wichtigste Faktor, um einen Diabetes Typ 2 vorzubeugen.

Außerdem können Süßstoffe dazu beitragen das Gewicht zu reduzieren oder auf Dauer zu halten. Auch wenn Diabetiker inzwischen nicht mehr strikt auf Zucker verzichten müssen, ermöglichen Süßstoffe eine größere Auswahl an süßen Lebensmitteln ohne dabei zuviel Zucker oder Kalorien zu sich zu nehmen.

Da Süßstoffe nicht von Bakterien der Mundhöhle verwertet werden können, die Karies verursachen, fördern Süßstoffe die Zahngesundheit. Deshalb werden Süßstoffe auch in Mundhygiene-Produkten eingesetzt.

Sicherheit

Ist die Verwendung von Süßstoffen unbedenklich?
Alle zugelassenen Süßstoffe sind sicher für den Verbraucher. Sicherheit steht an erster Stelle der Süßstoff-Hersteller, Lebensmittelproduzenten, den Genehmigungsbehörden und den Verbrauchern. Ein neu entdeckter Süßstoff durchläuft mehrere Jahre kostspielige Forschung und Entwicklung, um seine Sicherheit zu gewährleisten.

Bevor ein Süßstoff auf den Markt kommt muss er zunächst von verschiedenen gesetzgebenden Behörden zugelassen werden.

Die Zulassungsbehörde orientiert sich an den Empfehlungen, die wissenschaftliche Gremien aussprechen. Das sind beispielsweise die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA – European Food Safety Authority) - ehemalig der wissenschaftliche Ausschuß für Lebensmittel der EU-Kommission (SCF- Scientific Commitee for Food) - die Lebens- und Arzneimittelbehörde in den USA (FDA – Food and Drug Administration), oder Der Gemeinsame Experten-Ausschuß für Lebensmittelzusatzstoffe der Welternährungs- und Weltgesundheitsorganisation (FAO/WHO) (JECFA – Joint Expert Commitee for Food Additives).“

In all diesen Gremien arbeiten unabhängige Experten mit, die vorliegende wissenschaftliche Untersuchungen und deren Ergebnisse eingehend überprüfen, um die Sicherheit der Süßstoffe zu bestätigen.

Bis ein Süßstoff zugelassen wird, vergeht einige Zeit.
Üblicherweise braucht es mindestens sieben, meist aber fünfzehn Jahre, bis die notwendigen Sicherheitsstudien im erforderlichen Umfang durchgeführt worden sind. Anschließend sind nochmals zwischen vier und sieben Jahre für den eigentlichen Zulassungsprozess einzuplanen.

Was ist der ADI-Wert?
Der ADI (Acceptable Daily Intake) ist die Menge eines Lebensmittel-Zusatzstoffes, die man - bezogen auf ein Kilogramm Körpergewicht - lebenslang täglich ohne Bedenken und ohne ein Gesundheitsrisiko aufnehmen kann. Es handelt sich hierbei nicht um eine Tageshöchstmenge oder einen Grenzwert, den man niemals überschreiten darf. Vielmehr beschreibt der ADI die durchschnittliche Aufnahmemenge pro Tag und ist eine Art Sicherheitsgarantie für ein Leben lang.

Das ADI-Konzept wurde von dem Gemeinsamen FAO/WHO Experten-Ausschuss für Zusatzstoffe (Joint FAO/WHO Expert Commitee on Food Additives, JECFA) entwickelt, der den ADI folgendermaßen definiert hat:„ die berechnete Menge eines Lebensmittelzusatzstoffs, bezogen auf das Körpergewicht, die täglich lebenslang ohne erkennbare Gesundheitsstörungen aufgenommen werden kann“. Diese Definition wurde später vom Wissenschaftlichen Ausschuss für Lebensmittel der EG-Kommission (Scientific Commitee on Food, SCF) übernommen.

Eine gelegentliche Überschreitung des ADI-Wertes ist unbedenklich, sofern man nicht ständig und regelmäßig sehr viel mehr von einem Zusatzstoff aufnimmt als der ADI-Wert angibt. Personen, die ständig den ADI-Wert überschreiten, haben eine geringere, aber dennoch adäquate Sicherheitsspanne/-spielraum. So ist z.B. für eine Person, die konstant den ADI um das doppelte überschreitet, noch immer ein Sicherheitsfaktor von 50 anstatt 100 gegeben. Daher ist der ADI ein geeigneter Maßstab zur Bewertung des Gefährdungspotentials und für die Behörden geeignet, um ein zulässiges Level für Zusatzstoffe festzulegen.

Welche Süßstoffmengen sind sicher?
Alle Süßstoffe, die in Lebensmitteln eingesetzt werden, sind sicher. Bei der Zulassung eines Süßstoffes durch die Behörde wird die geschätzte Gesamtaufnahme ebenso wie der sog. „Acceptable Daily Intake“ (ADI-Wert, ), der einen 100 fachen Sicherheitsfaktor beinhaltet, berücksichtigt. Das bedeutet, dass auch Personen, die gelegentlich den ADI- Wert für Süßstoffe überschreiten nicht gefährdet sind, da der ADI auf einen lebenslangen Verzehr ausgerichtet ist und nicht nach der Konsummenge eines einzelnen Tages beurteilt werden kann.

Um sicherzugehen, dass die Süßstoffaufnahme nicht den ADI-Wert überschreitet, werden von der Regierung und der Industrie Studien zum Konsumverhalten durchgeführt. Süßstoffe zählen zu den Stoffen, zu denen die meisten Studien weltweit durchgeführt wurden.


Wie ist die Verwendung kalorienreduzierter Süßstoffe gesetzlich geregelt?
Die gesetzliche Zulassung der Süßstoffe ist von Land zu Land verschieden, doch das Ziel „Sicherheit“ ist in allen Ländern das gleiche. Um dieses Ziel zu erreichen nutzen die Regierungen die Sicherheitsbewertungen ihrer eigenen wissenschaftlichen Gremien oder das Gemeinsame Experten-Komitee für Lebensmittelzusatzstoffe der Vereinten Nationen (Joint FAO/WHO Commitee on Food Additives, JECFA). So stützt sich z.B. die EU auf das Gutachten der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörden (EFSA – European Food Safety Authority) - ehemalig der wissenschaftliche Ausschuß für Lebensmittel der EU-Kommission (SCF- Scientific Commitee for Food) - und die Vereinigten Staaten auf das Gutachten der Lebens- und Arzneimittelbehörde (US Food and Drug Administration, FDA).

Mit der Zulassung genehmigen die Behörden die Verwendung von speziellen kalorienfreien oder kalorienarmen Süßstoffen für eine Tafelsüße oder als Zusatz in einem Lebensmittel mit einer festgelegten zugelassenen Höchstmenge. Ohne Zulassung dürfen Speisen oder Getränke, die einen nicht zugelassenen Süßstoff enthalten, nicht verkauft werden..

Ein Stoff wird zugelassen, sofern seine Sicherheit überprüft wurde und sein technologischer Zweck notwendig erscheint. Dies ist gewährleistet, wenn die Behörden davon überzeugt sind, dass das Produkt sicher und für den Verbraucher von Nutzen ist. Die Behörden legen außerdem den ADI-Wert fest. Süßstoffe zählen heute zu den am besten untersuchten Lebensmittelzusatzstoffen.

Süßstoffe in Speisen und Getränken

In welchen Lebensmitteln sind Süßstoffe enthalten?
Die große Vielfalt an kalorienreduzierten Produkten und Light-Produkten, die Verbraucher täglich genießen, wäre ohne Süßstoffe nicht möglich. Kalorienbewusste Konsumenten kommen in den Genuss von Erfrischungsgetränken, Tafelsüßen, Milchprodukten wie z.B. Joghurt und Eiskrem, Nachspeisen, Kaugummis, Süßigkeiten, Salatsaucen, Senf und in vielen weiteren Produkte, einschließlich Vitamintabletten und pharmazeutischen Produkten.

Die Nachfrage nach kalorienreduzieren Produkten steigt kontinuierlich an und je mehr Anwendungsmöglichkeiten und je mehr neue Süßstoffe entwickelt werden, desto mehr süße Lebensmittel sind für eine kalorienreduzierte Ernährung erhältlich.


Wie können kalorienarme Süßstoffe zuhause eingesetzt werden?
Für den individuellen Gebrauch zu Hause bieten sich Tafelsüßen unterschiedlicher Darreichungsformen an.:

  • Tabletten
  • Flüssigsüße
  • Streusüße

Eine Süßstoff-Tablette entspricht in der Regel einem Würfel Zucker. Ein Teelöffel Flüssigsüße süßt so intensiv wie vier gehäufte Esslöffel Zucker. Tabletten sind leicht zum Süßen heißer Getränke und Flüssigkeiten, in denen sie sich schnell auflösen. Kalte Getränke und feste Speisen, die gekocht oder gebacken werden, lassen sich am einfachsten mit Flüssigsüße zubereiten.

Streusüßen sind eine besondere Variante, die die Vielseitigkeit der süßen Alternativen aufzeigen: pulverförmige Trägersubstanzen wie z.B. das Kohlenhydrat Maltodextrin wird mit Süßstoff „aufgesüßt“. Die lockere, feinkörnige Beschaffenheit der Streusüßen macht sie besonders geeignet zum Verfeinern von Obstsalaten und Müslis oder zum Bestreuen von Waffeln und Torten. Sie sind in der Energiebilanz mit bis zu 90 Prozent weniger Kalorien als Zucker zu verbuchen. Exakte Angaben über den Energiegehalt und die richtige Dosierung findet man auf jeder Produktverpackung.

Süßstoffe sind sehr vielseitig zu verwenden- aber zugegeben, Süßstoffe können nicht alles, was Zucker kann: Aufgrund ihrer geringen Masse erreichen sie nicht die „Bindewirkung“ und das Volumen von Zucker. Deshalb gerät mit ihnen zum Beispiel nicht jeder Kuchenteig gleichermaßen gut. Während beispielsweise Hefe- und Knetteige problemlos mit Flüssigsüße herzustellen sind, muss man bei Rühr- und Biskuitteigen einige Besonderheiten beachten. Nähere Hinweise erhalten Sie von den Süßstoffanbietern. (ist das so? _- auf jeden fall bei natreen))

Süßstoffe entwickeln in Marmeladen und Konfitüren nicht die konservierenden Eigenschaften von Zucker. Deshalb müssen die kalorienreduzierten Varianten nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Umgekehrt aber verhindern Süßstoffe in Marinaden, Dressings oder Säurelaken die unerwünschten Gärungsprozesse, die zugesetzter Zucker hervorrufen kann.

Warum enthalten einige Lebensmittel mehr als nur einen Süßstoff?
Jeder Süßstoff hat seine individuellen Vorzüge und gemeinsam sind sie unschlagbar. Denn in der Kombination entwickeln die Süßstoffe sogenannte synergistische Effekte. Das bedeutet, die Süßstoffmischung ist süßer als die Summe der Süßkraft, die jeder einzelne Süßstoff einzeln aufzuweisen hat. Also kommt man insgesamt mit weniger Süßstoff aus. Aber nicht nur das, in Kombination verbessert sich meist auch die Geschmacksqualität der einzelnen Süßstoffe.

Gewichtskontrolle und Süßstoffe

Warum ist die Gewichtskontrolle und Prävention von Übergewicht so wichtig?
Übergewicht und Adipositas zählen zu den Epidemien in Europa, den Vereinigten Staaten und in anderen Regionen. Mehr als ein Drittel der Menschen in Europa ist übergewichtig. Von 1980 bis 1990 hat sich die Zahl der Übergewichtigen in Großbritannien verdoppelt. In den USA sind 35% der Erwachsenen viel zu dick, das ist ein Anstieg um 9% von 1980 bis 1994. Wird diese Rate weiter so kontinuierlich steigen, dann wird in der Mitte des 21. Jahrhunderts die gesamte Erwachsenenbevölkerung der USA fettleibig sein. In der Tat geht in den meisten Industrieländern der Trend des steigenden Übergewichts in Richtung „fette Zukunft“. Viele Gesundheitsrisiken sind mit dieser Fettleibigkeit verbunden.

So steigt das Risiko der Entstehung von Bluthochdruck (Hypertonie), Diabetes mellitus, koronaren Herzerkrankungen, verschiedenen Krebserkrankungen und Gallenblasenerkrankungen. Sobald Übergewichtige auch nur ein bisschen abnehmen, erreichen sie schnell eine Verbesserung ihrer Gesundheit. So kann bereits eine geringe Gewichtsreduktion den Blutdruck verbessern, den Blutzuckerspiegel regulieren sowie die Cholesterin- und Triglyceridwerte positiv beeinflussen. Menschen fühlen sich wohler, wenn sie ihr Gewicht im Griff haben, sie haben mehr Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein.

Wie können nun Süßstoffe den Menschen helfen, Kalorien einzusparen und abzunehmen?
Eine kalorienreduzierte Nahrungsaufnahme sowie mehr körperliche Betätigung sind ein Muss für die Gewichtsreduktion. Einige Studien deuten darauf hin, dass die Kalorien aus den Fetten die „Haupt-Übeltäter“ für die Gewichtszunahme sind. Jedoch können bei der Gesamtkalorienaufnahme Süßstoffe eine bedeutende Rolle spielen. Sie stellen dem Verbraucher zahlreiche Speisen und Getränke mit einem guten Geschmack und wenig Kalorien bereit. Ohne Genuss sind nur sehr wenige Menschen erfolgreich in der Gewichtsabnahme und -kontrolle.

Eine Umfrage des „Calorie Control Council“ (USA) von 1993 hat ergeben, dass Gewichtskontrolle, Geschmack und Verbesserung der Gesundheit die Hauptgründe für den Konsum kalorienarmer und zuckerfreier Lebensmitteln sind.

Helfen die eingesparten Kalorien wirklich bei der Gewichtsabnahme?
Kalorien zählen. Um Gewicht zu verlieren muss man weniger Kalorien aufnehmen als der Körper verbrennt. Und kalorienfreie oder -arme Süßstoffe reduzieren die Kalorienaufnahme. Wie viel Gewicht eine Person durch die eingesparten Kalorien verlieren kann soll folgendes Beispiel zeigen:

Rechnen mit der Körperfettmasse

Ein Pfund (0,5 kg) Körperfett enthält mehr als 3500 Kalorien. Um also ein Pfund Fett abzunehmen muss man 3500 kcal weniger essen oder sich mehr bewegen. Die meisten verlieren ihr Gewicht bereits durch eine kleine Änderung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens. Und Personen, die ihr Gewicht halten wollen müssen sich -Tag ein Tag aus- daran halten.

Kleine Veränderungen addieren sich somit über die Zeit.

Haben Süßstoffe einen Einfluss auf den Appetit?
Süßstoffe können dabei helfen, das Gewicht auf Dauer zu halten. Sie haben keinen Einfluss auf die Regulationsmechanismen von Hunger und Sättigung. Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass der Ersatz von Zucker durch Süßstoffe zu einem kurzfristig (von Mahlzeit zu Mahlzeit) herabgesetzten oder unveränderten Hungergefühl führt. Das kurzfristige Hungergefühl wird vor allem vom Volumen und dem Ballaststoffgehalt der Nahrung beeinflusst: kalorienfreie oder kalorienreduzierte Getränke sowie ballaststoffreiche Lebensmittel sind die besten Alternativen, um den Hunger zwischen den Mahlzeiten zu reduzieren.

International bedeutende Wissenschaftler wie Andrew Renwick. Ph.D., University of Southampton, und Barbara Rolls, Ph.D., Pennsylvania State University, haben alle verfügbaren Daten über Süßstoffe, Hunger und Appetit überprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Süßstoffe keineswegs den Appetit anregen sondern vielmehr zu einer niedrigeren Kalorienzufuhr führen.

Adam Drewnowski, Ph.D., University of Michigan (Nutrition Reviews, Januar 1995), überprüfte zahlreiche Studien, die sich mit dieser Fragestellung beschäftigt haben und berichtet, dass es keinen Beweis dafür gibt, dass der Süßgeschmack den Appetit anregt. Und obwohl Süßstoffe keine Appetitzügler sind, können sie durch ihre Fähigkeit, die Schmackhaftigkeit von kalorienarmen Lebensmitteln zu steigern, den Konsumenten dabei helfen, eine kalorienreduzierte Diät durchzuhalten.

Einige Studien, unter anderem die von Drewnowski et al., zeigen, dass der Verzehr von Süßstoffen dazu beiträgt, das Gewicht zu halten.
Darüber hinaus zeigten Ergebnisse einer dänischen Studie von Raben et al., dass Süßstoffe beim Abnehmen helfen können. Die durch Süßstoffe eingesparten Kalorien während einer Mahlzeit oder in Getränken wurden nicht durch mehr Kalorien bei der nächsten Mahlzeit ausgeglichen. Die Personengruppe, die zuckerhaltige Erfrischungsgetränke tranken hatte insgesamt eine höhere Energieaufnahme als die Personengruppe, die süßstoffgesüßte Getränke bekam. Wer abnehmen möchte sollte sich dessen bewusst sein, um letztendlich Erfolg zu haben.


Können mit Süßstoff gesüßte Lebensmittel Teil einer gesunden Ernährung/Diät sein?
Die wachsende Verfügbarkeit schmackhafter, kalorienreduzierter Lebensmittel und Getränke macht eine gesunde Ernährung leichter als je zuvor. Bei einer größeren Auswahl an Lebensmitteln ist die Chance, eine Diät langfristig durchzuhalten, viel größer. (Niemand weiß, wie viele Menschen übergewichtig wären wenn kalorienarme Lebensmittel nicht verfügbar wären).

Und viele Menschen wollen Kalorien bei weiteren Lebensmitteln einsparen. Klar, dass die Konsumenten kalorienarme Lebensmittel als nützliche Helfer im „Gewichts- und Gesundheitsmanagement“ sehen.

Helfen Süßstoffe dabei, Gewicht zu reduzieren oder zu halten?
Ergebnisse einer Studie von Blackburn et al.(Beth Israel Deaconess Medical Center, Harvard Medical School) deuten darauf hin, dass Süßstoffe (Aspartam) dabei helfen können, dass reduzierte Gewicht langfristig aufrechtzuerhalten wenn sie Teil eines multidisziplinären Gewichtskontrollprogramms sind, welches eine gesunde Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltensweise beinhaltet. Je mehr Süßstoffe anstelle von Zucker konsumiert werden, desto größer ist auch die Gewichtsreduzierung. Süßstoffe können zum langfristigen Gewichtsmanagement beitragen: durch die Befriedigung des Wunsches nach Süßem und durch die Appetitkontrolle ohne einen zu hohen Verbrauch an Zucker oder Fett.

Diabetes und Süßstoffe

Inwiefern können Süßstoffe einem Diabetiker nützen?
Bei Diabetes mellitus handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung als Folge der Unfähigkeit, Insulin zu produzieren bzw. zu nutzen. Das Hormon Insulin ermöglicht normalerweise der Glukose in die Muskel-, Leber- und Fettzelle einzutreten, wo sie in Energie umgewandelt wird.

Personen mit Diabetes müssen sich daher an eine „normale“ ausgewogene Ernährung halten, die reich an Kohlenhydraten ist, aber nur geringe Mengen an Zucker enthält. Ein wichtiger Teil des Diabetes-Managements ist es, den Blutzuckerspiegel in gesunden Grenzen aufrechtzuerhalten. Dabei können Süßstoffe helfen, einen Süßgeschmack zu liefern ohne den Blutzuckerspiegel später zu senken.

Wenn übergewichtige oder fettleibige Personen, die an Diabetes leiden auch nur geringfügig abnehmen hat dies einen positiven Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Durch die reduzierte Kalorienaufnahme können Süßstoffe sowohl zum Gewichtsmanagement als auch zur Diabetes-Kontrolle beitragen.

Dürfen Diabetiker Süßstoffe zu sich nehmen?
Die Gesundheitsbehörden sind sich einig, dass Süßstoffe bedenkenlos von Diabetikern konsumiert werden können, da sie weder den Blutzucker- noch den Insulinspiegel beeinflussen.

Haben Süßstoffe einen Einfluss auf den Blutzucker- oder Insulinspiegel?
Zahlreiche Studien haben durchweg gezeigt, dass Süßstoffe keinen Einfluss auf den Blutzucker- und Insulinspiegel haben. Der Effekt auf die Insulinsekretion und den Blutzuckerspiegel wurde von Brigitte Härtel et al., European Society August Bier for Ecology and Medicine, Universität Hannover, Deutschland, untersucht. Ziel dieser Studie war es herauszufinden, ob Süßstoffe einen Effekt auf die cephalische Antwort, den Blut- und Insulinspiegel haben. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigten, dass Süßstoffe weder eine cephalische Insulinsekretion auslösen, noch zu einer Änderung des Blutglukosespiegels führen. Folglich fördert Süßstoff auch nicht Hunger oder Appetit.

Wie können Genuss und Schmackhaftigkeit die Gesundheit, Ernährung und Diabeteskontrolle verbessern?
Süßstoffe liefern den Diabetikern eine große Auswahl an gut schmeckenden Lebensmitteln und Getränken. Eine abwechslungsreiche und genussvolle Ernährung macht es leichter, eine Diät-Richtlinie einzuhalten, welche die Gesundheit, Ernährung und Blutzuckerkontrolle verbessert.

Personen mit Diabetes fühlen sich vielleicht isoliert und befremdet, weil sich ihr Lebensstil in einigen Dingen vom Lebensstil anderer Personen unterscheidet. Dadurch dass sie nun auch „normale“ Lebensmittel essen dürfen wird ihre Lebensqualität verbessert. Das ist vor allem für Kinder bedeutend, die genauso leben wollen wie ihre Freunde.

Zahngesundheit und Süßstoffe

Wie können Süßstoffe dabei helfen, Zahnkaries zu verhindern?
Bei Zahnkaries handelt es sich um eine Demineralisation des Zahnschmelzes durch Säuren in der Mundhöhle. Die Säure wird von oralen Bakterien produziert, die Kohlenhydrate (Zucker und Stärke) fermentieren. Wenn man eine gute Zahngesundheit betreibt (orale Mundhygiene, gesunde Ernährung), neutralisiert der Speichel die Säuren und repariert den Zahnschmelz. Karies tritt nur dann auf, wenn dieser Reparaturmechanismus nicht den Prozess der Demineralisation kompensieren kann.

Ergebnisse wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass Fluorid der wichtigste Faktor ist, um Zahnkaries zu verhindern. Es erhöht die Resistenz des Zahnschmelzes vor Fäulnis und fördert den Reparaturmechanismus. Die Fluoridierung von Trinkwasser sowie fluoridiertes Mundwasser haben die Häufigkeit von Zahnkaries in den Industrieländern deutlich reduziert.

Süßstoffe helfen bei der Prävention von Zahnkaries, da sie von den Bakterien der Mundhöhle nicht fermentiert werden können. So produzieren diese keine Säure und Zahnkaries wird verhindert.

Welchen Effekt haben Süßstoffe auf die Zahngesundheit?
Da Süßstoffe von den Bakterien der Mundhöhle nicht fermentiert werden können und somit keine Säure produziert wird, die den Zahnschmelz angreifen würde, können Süßstoffe keine Zahnkaries verursachen. Außerdem haben Untersuchungen an Tieren gezeigt, dass einige Süßstoffe direkt Zahnkaries verhindern, indem sie in den Metabolismus der Kohlenhydrate durch die Bakterien der Mundhöhle eingreifen: sie können das Wachstum kariesverursachender oraler Bakterien oder deren Säureproduktion hemmen. Somit fördern Lebensmittel, die Süßstoffe enthalten die Zahngesundheit.

Ist es gut, Zahnpasta, Mundwasser und kaubare Fluoridtabletten oder Mundsprays zu verwenden, die Süßstoffe enthalten?
Indem Süßstoffe den Geschmack von Zahnpasta, Mundwasser und Fluoridergänzungen verbessern, fördern sie die Bereitschaft, Mundhygieneprodukte zu benutzen, die wiederum zur Zahngesundheit beitragen. Außerdem verursachen Süßstoffe keine Zahnkaries.